Jürgen Banholzer erhielt entscheidende Impulse für sein Orgelspiel bei James David Christie in Boston und studierte dann als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes bei Ludger Lohmann in Stuttgart und bei Jean Boyer am Conservatoire Supérieur de Musique in Lyon. Es folgte ein Gesangsstudium an der Schola Cantorum Basiliensis. Im Fach Musikwissenschaft promovierte er an der Universität Mainz ("Harmonik, Form, poetischer Inhalt : Untersuchungen zu Sonaten der Liszt-Schüler Reubke, Draeseke und Viole"). 


Als Organist gab er Konzerte in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz. 2021 erschien bei frabernardo die CD "O güldnes Licht", eingespielt an der Hus-Schnitger-Orgel in St. Cosmae, Stade, zusammen mit dem Tenor Georg Poplutz. Als Continuospieler auf Cembalo und Orgel ist er dem Johann Rosenmüller Ensemble seit vielen Jahren verbunden, außerdem war er Gast bei Ensembles wie dem Freiburger Barockorchester, dem Balthasar-Neumann-Ensemble, L'Arpa festante, Stefan Temmingh & Ensemble.

 

Zusammen mit der österreichischen Salteriospielerin Margit Übellacker gründete er das Ensemble La Gioia Armonica, das unter seiner Leitung Ersteinspielungen bislang unveröffentlichter Werke von Antonio Caldara, Johann Georg Reutter, Giambattista Martini und Antonio Sacchini vorlegte. Über die bei cpo, Ramée und Radio Bremen erschienenen CDs urteilte die Fachpresse: „eine wunderbare Palette von bezaubernden Farben und berückenden strukturellen Effekten“ (Early Music); „brilliante Interpretation“ (Goldberg); „atemberaubend schön“ (BBC Music Magazine). Das Ensemble gastierte u.a. bei den Händelfestspielen in Halle, bei Ton Koopmans Festival Itinéraire Baroque,  beim Bachfestival Dordrecht, beim Early Music Festival in Timisoara, Bagnacavallo Classica und den Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tagen.

 

Seit 2017 unterrichtet Jürgen Banholzer bei den Internationalen Alte Musik Sommerkursen in Valtice, Tschechien. Er war Lehrbeauftragter an der Johannes Gutenberg Universität Mainz.

 

Solistische Auftritte als Countertenor führten ihn bis 2010 in Konzerten, Rundfunk- und CD-Aufnahmen sowie in szenischen Produktionen mit Dirigenten wie Thomas Hengelbrock, Ivor Bolton, Harry Christophers oder Jean-Claude Malgoire zusammen. Den Ensemblegesang pflegte er u.a. mit dem Huelgas Ensemble, dem Johann Rosenmüller Ensemble, dem Balthasar-Neumann-Chor und dem Amsterdam Baroque Choir.