Jürgen Banholzer studierte Orgel in Boston bei James David Christie, dann als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes bei Ludger Lohmann in Stuttgart (Kirchenmusik A) und bei Jean Boyer am Conservatoire Supérieur de Musique in Lyon. Es folgte ein Gesangsstudium an der Schola Cantorum Basiliensis. Im Fach Musikwissenschaft promovierte er an der Universität Mainz. 


Als Organist konzertiert er in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz. Sein besonderes Interesse gilt der Orgelmusik und den Orgeln des 17. und 18. Jahrhunderts. Als Continuospieler auf Cembalo und Orgel ist er Gast bei Ensembles wie dem Johann Rosenmüller Ensemble, dem Freiburger Barockorchester, dem Balthasar-Neumann-Ensemble, L'Arpa festante, La Dolcezza oder Stefan Temmingh & Ensemble.

 

Zusammen mit der österreichischen Hackbrettspielerin Margit Übellacker gründete er das Ensemble La Gioia Armonica, das unter seiner Leitung Ersteinspielungen bislang unveröffentlichter Werke Antonio Caldaras, Johann Georg Reutters, Giambattista Martinis und Antonio Sacchinis vorlegte. Über die bei Ramée und Radio Bremen erschienenen CDs urteilte die Fachpresse: „eine wunderbare Palette von bezaubernden Farben und berückenden strukturellen Effekten“ (Early Music); „brilliante Interpretation“ (Goldberg); „atemberaubend schön“ (BBC Music Magazine). Das Ensemble war bei verschiedenen Festspielen zu Gast, u.a. bei den Händelfestspielen in Halle, bei Ton Koopmans Festival Itinéraire Baroque,  beim Bachfestival Dordrecht, oder den Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tagen.

 

Solistische Auftritte als Countertenor führten Jürgen Banholzer bis 2010 in Konzerten, Rundfunk- und CD-Aufnahmen mit Dirigenten wie Thomas Hengelbrock, Ivor Bolton, Harry Christophers oder Jean-Claude Malgoire und mit Orchestern und Ensembles wie Concerto Köln, Il Seminario Musicale, Das Kleine Konzert, Concerto poetico Zürich, L’arpa festante, L’Orfeo, La Gamba zusammen. Szenische Aufgaben übernahm er bei den Ludwigsburger Schloßfestspielen, beim Festival de Musique du Haut-Jura, den Wiener Festwochen, an der Bayerischen Staatsoper (Prinzregententheater), beim Feldkirch-Festival und im Festspielhaus Baden-Baden. Den Ensemblegesang pflegte er u.a. mit dem Huelgas Ensemble, dem Johann Rosenmüller Ensemble, mit Capella Ducale & Musica Fiata, Clemencic Consort, La Fenice, Weser-Renaissance, La Chapelle Rhenane, Balthasar-Neumann-Chor, Amsterdam Baroque Choir bei Festivals in zahlreichen europäischen Ländern, sowie in U.S.A. und China.

 

Von 2004-2014 war er Lehrbeauftragter am Musikwissenschaftlichen Institut der Johannes Gutenberg Universität Mainz (Generalbaß, Partiturspiel, Analyse, historische Satzlehre).